Energie sparen: Heizen und Kühlen mit Beton – Bauteilaktivierung

Beton-Bauteile wie Böden, Wände oder Decken werden bei der Herstellung mit Rohrleitungen versehen und speichern je nach Bedarf Wärme oder Kälte – ein kostengünstiges Heiz- und Kühlsystem mit minimalem Energieaufwand. (Bild: Maureder + Ornetzeder GmbH)

Das moderne Energiesparhaus heizt und kühlt sich von selbst, indem es seine Bauteile einfach „aktiviert“. Beton, aufgrund seiner großen Masse, eignet sich dafür hervorragend als Energiespeicher, über den man die Raumtemperatur ideal steuern kann.

Wie das funktioniert? Über ein Rohrleitungssystem im Betonbauteil (Boden, Decke, Wand) wird – ähnlich wie bei einer Fußbodenheizung – warmes oder kaltes Wasser eingespeist und so die jeweilige Temperatur von der Speichermasse aufgenommen. Die Erwärmung und Kühlung des Wassers benötigt nur sehr wenig Energie. Diese wird vorzugsweise durch den Einsatz von ‚grünen‘ Energiequellen wie Sonnenkraft oder Erdwärme gewonnen. Damit kann in bauteilaktivierten Gebäuden gänzlich auf eine konventionelle Beheizung/Kühlung verzichtet werden und wesentlich zur Redukton von klimaschädlichem CO2 beigetragen werden.

Der Kachelofen-Effekt
Bauteilaktivierte Gebäude haben ein konstant angenehmes Raumklima. Im Winter sorgen die großen Oberflächen für eine besonders behagliche Strahlungswärme (der „Kachelofen-Effekt“). Im Sommer entzieht der Beton dem Raum überflüssige Wärme, es entsteht eine sanfte Kühlung ohne jeglichen Luftzug.

Energie und Kosten sparen
Das simple System der Bauteilaktvierung eignet sich perfekt für jede energieeffiziente Bauweise wie Solarhaus, Erdwärme, Passivhaus, etc..  Es bietet aber nicht nur im Neubau eine sichere und leistbare Lösung, sondern ist auch bei Sanierungen einfach einzusetzen.  Die Kosten für die Umsetzung einer Bauteilaktivierung sind nur geringfügig höher als etwa der Einbau einer Fußbodenheizung.

LEUBE unterstützt Forschungsprojekt
LEUBE forscht intensiv an innovativen Heiz- und Kühlkonzepten mit dem Energiespeicher Beton. Denn der wichtigste Grundstoff für Beton ist Zement – in hochwertiger Qualität produziert in St. Leonhard/Gartenau. LEUBE ist Mitglied der ARGE „Nachhaltige BAUTEILAktivierung“. Diese Interessensgemeinschaft wurde 2011 gegründet und untersucht mit Unterstützung von EU und Land Salzburg die Energieeffizienz und thermische Wohnbehaglichkeit von bauteilaktivierten Gebäuden.
Der 2012 eigens für die Forschungen erbaute Simulationsraum am Gelände der BAUAkadmie Salzburg wird in den nächsten 2 Jahren wissenschaftlich fundierte Berechnungen zu diesem ökologisch nachhaltigen und energiesparendem System zum Heizen und Kühlen sammeln.

LH Haslauer bei der Eröffnung des Forschungsprojekts „Simulationsraum“ mit Vertretern der ARGE Bauteilaktivierung. V.l.n.r.: BM Heissenberger, LH Haslauer, BM Gunther Graupner/bauAkademie, Matthias Moosleitner, Josef Eder jr./SSK, Norbert Schaumburger/LEUBE, Bernd Hillebrand. (Foto: BauAkademie Salzburg)

ARGE „Nachhaltige BAUTEILAktivierung“
Die ARGE „Salzburger Netzwerk für nachhaltige BAUTEILAktivierung“ setzt sich aus insgesamt neun Mitgliedern aus den Bereichen Bau und Beton zusammen: den Baufirmen Kreuzberger, Hillebrand, Spiluttini und Heissenberger sowie den SSK Salzburger Sand- und Kieswerken, Moldan Baustoffe, Moosleitner Beton Salzburg, LEUBE sowie der VÖZ (Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie). Unterstützt wird die ARGE „Nachhaltige BAUTEILAktivierung“ von der Bundesinnung BAU, der Innovations- und Forschungsstelle BAU, der EU (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) sowie dem Land Salzburg, die dazu beigetragen haben, dass Salzburg österreichweit zum Pilotstandort für Bauteilaktivierung geworden ist. Das Projekt wird von der TU Wien wissenschaftlich begleitet.

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