Plastikmüll kommt 2016 endlich weg

LEUBE durfte Abfall jahrelang nicht entfernen.               _DSC0880

 Rund 10.000 Tonnen Plastikmüll lagern seit Jahren auf dem Gelände des LEUBE Kalkwerks in Golling. Da er Beweismaterial in einem laufenden Gerichtsverfahren war, durfte ihn LEUBE nicht entfernen. Im Spätsommer war es nach jahrelangen Verhandlungen so weit: Das Gericht entschied, wem der Müll gehört. Die Entsorgung wird voraussichtlich im Frühjahr 2016 beendet sein.

 

LEUBE vermietete das Grundstück auf dem Gelände des Kalkwerks in Golling 1996 an die Firma M.A.M.I.. Das Unternehmen bereitete dort Kunststoffabfälle auf und verkaufte diese anfangs als Brennstoff an das LEUBE Zementwerk. Da sowohl die gelieferte Menge als auch die Qualität des Produkts zu gering _DSC0814 war, scheiterte die Geschäftsbeziehung nach kurzer Zeit. M.A.M.I. lieferte ab diesem Moment seinen Brennstoff ausschließlich an andere Abnehmer und Zementwerke, und begann immer größere Mengen an Plastikmüll auf dem Gelände zu lagern. Als der Betrieb 2008 in den Konkurs schlitterte, hatten sich rund 10.000 Tonnen Müll auf dem LEUBE Grundstück angesammelt.

 

Verfahren dauerte über zehn Jahre

Da die Eigentümer von M.A.M.I. den Betrieb kurz vor der Insolvenz an ein deutsches Unternehmen verkauften, musste geklärt werden, wem die Kunststoffabfälle gehören. „Das dauerte über zehn Jahre, weil die Anwälte alle Möglichkeiten nutzen, um das Verfahren zu verzögern. In dieser Zeit durften wir den Plastikmüll weder entfernen noch entsorgen“, erzählt LEUBE Geschäftsführer Rudolf Zrost. Immer wieder verteilte Wind den Kunststoff in der Umgebung. Darum sorgte LEUBE auf eigene Kosten für einen Windschutz und ließ einen Erdwall aufschütten sowie einen Zaun samt Tor bauen.

 

„Für mich ist diese Causa ein Beispiel dafür, dass die Rechtslage in Österreich entrümpelt gehört. Wäre LEUBE auf die Mieteinnahmen für das Grundstück angewiesen gewesen, wäre es zu einem Folgekonkurs von LEUBE gekommen“, betont er. LEUBE konnte das Grundstück in der Zeit des Gerichtsverfahrens nämlich weder vermieten noch selbst nutzen. „Wir sind sehr froh, dass es endlich eine Entscheidung gibt. Der Wermutstropfen für uns: Da der rechtmäßige Eigentümer insolvent ist, bleiben nicht nur jahrelange Miete unbezahlt, sondern wir bleiben auch auf den Rechtsanwaltskosten sitzen“, erzählt Zrost.

 

„LEUBE zahlt die Entsorgung indirekt selbst“

Durch die Insolvenz kann M.A.M.I. auch nicht für die Entsorgung des Plastikmülls aufkommen. Diese Kosten  übernimmt deshalb voraussichtlich der Altlastensanierungsfonds (ALSAG), der von allen Unternehmen, die Abfälle verursachen, gespeist wird. Auch Zementwerke sind gesetzlich dazu verpflichtet, da sie Kunststoffmüll verwerten. Allein in der Zeit des Verfahrens gegen M.A.M.I. hat LEUBE in diesen Fonds 2,5 Millionen Euro eingezahlt. „Das heißt, dass LEUBE die Entsorgung dadurch schon längst selbst abbezahlt hat“, unterstreicht Zrost.