Neue Betonfahrbahndecke

für niederrangige Straßen

Ein Expertentipp von Baumeister Rudolf Zogsberger

 

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Ausgangssituation:LEUBE Kalkwerk Bau Betonfahrbahndecke

Der Transport des aufbereiteten Kalkgesteins im LEUBE Kalkwerk in Golling erfolgt über die nordwestlich vom Werksgelände gelegene Zufahrtsstraße zur Steinaufbereitungsanlage.

Extreme Achslasten, hohe Reifendrucke und große dynamische Belastungen von Schwerfahrzeugen haben den bestehenden Asphaltbelag schwer zugesetzt und letztendlich eine Generalsanierung notwendig gemacht.

Die gestellten Anforderungen erfordern eine tragfähige, standfeste und vor allem eine langlebige Straßenbefestigung. Eine Betonfahrbahndecke erfüllt diese Voraussetzungen bestens.

Die Zufahrtsstraße weist eine Steigung bis zu 14 % auf, hat für den Abfluss der Oberflächenwässer eine ausreichende Querneigung und ist durchgehend zweispurig befahrbar. Gesamtlänge ca. 300 m, Breite 5,0 – 5,50 m. Im mittleren Straßenabschnitt befindet sich eine Kurve mit mehr als 90°, die eine Breite bis zu 9 m aufweist.

 

Ausführung:_HS10618

Der bestehende Asphaltbelag, Dicke 8 – 18 cm, wurde mit einer Fräse abgetragen, von der Baustelle entfernt und zur Wiederverwertung gelagert. Auf dem tragfähigen und stabilen Unterbau wurde zusätzlich eine 5 cm dicke, hydraulisch gebundene Tragschicht (HGT) aufgebracht und gut verdichtet.

Dies war die Grundlage für den Aufbau einer einschichtigen, 25 cm starken, unbewehrten Betonfahrbahndecke. Die Ausführung erfolgte durch die Fa. ÖBA (Österreichische – Betondecken – ARGE).

Zum Einsatz kam ein dazu angepasster Gleitschalungsfertiger mit lenk- und höhenverstellbaren Kettenfahrwerken, die sich auf gleicher Höhe mit der Betondecke befinden, wodurch der Gleitschalungsfertiger der Breite der Straßenfahrbahn entspricht.

Die Betonaufgabe erfolgt mit Betonmischwagen über eine Förderrutsche direkt in den Fertiger. Eine Verteilerschnecke verteilt den Beton im Fertiger gleichmäßig über die gesamte Einbaubreite. Die stabile Glättschalung formt während des Überfahrens die Betondecke. Elektrische eingebaute Rüttler mit hochfrequenten Schwingungen garantieren für eine optimale Betonverdichtung.

Für die Vermeidung von unkontrollierten Rissen und zum Ausgleich von Längenänderungen in der Endlosfahrspur wird die Betonfahrbahn durch Quer- und Längsfugen mittels Fugenschnitte unterteilt. Diese werden nach den Austrocknen des Betons mit Fugenband und heißer Fugemasse geschlossen. Dadurch wird das Eindringen von Wasser und gelösten Salzen verhindert. Diese elastischen Fugenausbildungen sollten alle 8-10 Jahre gewartet bzw. erneuert werden. Schon beim Betoniervorgang werden bei den vorgesehenen Querfugen Dübel zur Sicherung der Fahrbahnhöhenlage und bei den Längsfugen Anker zur Verbindung der Fahrbahnspuren eingebaut.

Auf die frisch verlegte Betondecke wird ein Verdunstungsschutz aufgesprüht. Noch im feuchten Zustand, nach entsprechender Erhärtung, wird die Oberfläche maschinell ausgebürstet. Es entsteht eine hochwertige Waschbetonoberfläche mit hohen lärmschluckenden und rutschsicheren Eigenschaften.

Grundvoraussetzung für das Erreichen einer qualitativ hochwertigen Straße ist eine sehr gute immer gleichbleibende Frischbetonqualität. In diesem Fall wurde ein

B7 XC4/XD3/XF4/XA1L/SB(A) – (Waschbeton mit Hartgestein) eingebaut.

Mit dieser Fertigungstechnik können alle Straßen und Wege, gerechnet auf die lange Lebensdauer, sehr günstig hergestellt werden. Die Ausführung erfolgt auf Grundlage der RVS 03.08.63 (Richtlinien und Vorschriften für den Straßenbau). Die Belastung dieser Straße im Kalkwerk entspricht der Lastklasse 8 (vergleichbar mit einer Autobahn).

 

Vorteile einer Betonfahrbahndecke:

  • hohe Belastbarkeit (auch bei hohen Achslasten)
  • wirksame Lastverteilung und daher verformungsstabil auch beim Spurfahren
  • lange wirtschaftliche Lebensdauer mit geringem Wartungsaufwand und somit beste Amortisationszeiten
  • temperaturunempfindlich
  • verkehrssicher aufgrund der Griffigkeit, Helligkeit und der immer gleichbleibenden guten Entwässerung
  • lärmmindernd durch Waschbetonoberfläche
  • geringe Schadensanfälligkeit und Unterhaltskosten
  • weniger Verkehrsstörung durch langen Lebenszyklus
  • umweltfreundliche Wiederverwertung (nach Ende der Nutzungsfrist, Material zu 100 % wiederverwertbar)