Estrich – richtig verlegt

Austrocknen von Zementestrich

Mit den Tipps von Experte Rudolf Zogsberger wird das richtige Verlegen von Estrich zum Kinderspiel. Hier ein Überblick der wichtigsten Schritte für einen perfekten Unterbau für den Bodenbelag.

Perfekter Zementestrich wird mit LEUBE Normenzement, kalk- und kaolinfreien Sanden (Estrichsand sechs Millimeter, jedoch maximal ein Viertel der Estrichstärke), reinem Wasser und Fließmittel hergestellt.

Temperatur beachten

Während des Verlegens und der Austrocknung spielt die Temperatur beim Estrich eine wichtige Rolle: Beim Verlegen ist eine Einbau- und Baukörpertemperatur zwischen 5 und 15 Grad Celsius einzuhalten. Drei Tage nach dem Einbau sollte eine Temperatur von 5 Grad nicht unterschritten werden und der Schutz vor Austrocknung gegeben sein. Außerdem muss der Estrich, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen, mindestens sieben Tage vor zu übermäßiger Wärme, Zugluft sowie Schlagregen (Fenster und Türen geschlossen halten) geschützt werden. Des Weiteren ist zu beachten, dass während der gesamten Austrocknungsphase der Estrich keiner punktuellen  Sonnenbestrahlung (ungleichmäßige Austrocknung) ausgesetzt ist.

Richtiges Austrocknen

Damit der Estrich in der ersten Trocknungsphase nicht zu schnell austrocknet, sollte der frisch verlegte Estrich erst zu Ende der Austrocknungsphase der Zugluft ausgesetzt werden. Denn durch das Austrocknen ist der schwimmende oder gleitende Zementestrich starken Verformungen – auch Schwinden genannt – ausgesetzt. Die Estriche trocknen in der Regel nur nach oben aus, hier entsteht ein Feuchtigkeitsgefälle.

Dadurch verkürzt sich der Estrich in horizontaler Richtung (zum Schwerpunkt) und die Randzonen wölben sich nach oben. Eine Erwärmung von oben bewirkt eine Verwölbung der Randzonen nach unten. Durch die fortschreitende Austrocknungsphase geht die anfängliche Verformung wieder zurück. Zwischen Umgebungsklima und Feuchtigkeitsgehalt des Estrichs stellt sich ein Gleichgewichtszustand ein, deshalb verbleibt im Estrich immer eine gewisse Restfeuchtigkeit (Feuchtigkeit mit dem Umgebungsklima im Gleichgewicht).

Belegereife und Messmethode

Für die Belegereife der Oberböden gelten folgende Höchstfeuchtigkeitsgehalte:

Höchstfeuchtigkeitsgehalt •

  • Stein- und keramische Beläge in Dünnbett, elastische Bodenbeläge (Gummi, PVC, Linoleum etc.) sowie Parkettböden: = als 2 % (Feuchtigkeit bezogen auf die Estrichmasse) •
  • Dampfdurchlässige, textile Bodenbeläge: = 2,5 % (Feuchtigkeit bezogen auf die Estrichmasse) Eine anerkannte Messmethode stellt die Carbit-Methode (CM-Messgerät) dar. Die Austrocknung könnte auch vorweg festgestellt werden, indem man eine PE-Folie von ca. 50 mal 50 Zentimeter Größe auf den Estrich auflegt und die Ränder verklebt. Zeigt sich nach zwölf Stunden unter der Folie noch kondensierte Feuchtigkeit, ist die Belegereife noch nicht gegeben.

Verformungen

Werden die Höchstfeuchtigkeitsgehalte überschritten und ist der Oberbelag entsprechend dicht, so hat das einen wesentlichen Einfluss auf die Verformung des Estrichbelages. Textile Bodenbeläge lösen sich vom Estrich, es entstehen Aufwölbungen bzw. Blasen am Oberbelag. Werden keramische Oberbeläge vor der Belegereife verlegt, entstehen durch die Verformung (Schwinden) starke Schubkräfte zwischen Estrichbelag und keramischem Belag, der Boden löst sich, der Belag zersplittert.

Weitere Kriterien für eine gleichmäßige Austrocknung

Der Belag muss gleichmäßig dick hergestellt werden, keine Gefälleausbildungen im Estrich, diese müssen bereits beim Unterbau vorgegeben sein. Stark durchfeuchtete Mauerteile wie frische Verputze, Wände, Decken und sonstige Bauteile produzieren hohe Luftfeuchtigkeit und stören dadurch die Estrichaustrocknung. Weiters sollte auf eine Feuchte-Eintragung im Zuge einer nachfolgenden Ausführung (Maler) verzichtet werden.

Gleichbleibende 20 Grad Austrocknungstemperatur und maximal 65 Prozent relative Luftfeuchtigkeit gelten als ideale Bedingungen für die Estrichaustrocknung.